Neuauflage: Gewürze - Das Standardwerk

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Bild von Dr. Manuela Mahn

Dr. Manuela Mahn

Wer jetzt im Frühling durch einen lichten Laubwald spaziert, der kann ihn direkt riechen: den Bärlauch! Oft wächst er da großflächig wild in der Natur und verströmt sein unverkennbares Aroma weithin. Und lockt dann auch viele Sammler an, denn Bärlauch ist unter den Wildkräutern sehr beliebt. Doch was genau macht Bärlauch zu einem Highlight der Frühjahrsküche?

Bärlauch gilt als erster Frühlingsgruß der Natur: aromatisch, kraftvoll und voller Frische. Seine enge Verwandtschaft zum Knoblauch verrät er schon durch seinen intensiven Duft, der ihm den Beinamen „Wilder Knoblauch“ eingebracht hat. Das pikante Aroma begeistert viele Genießer und macht Bärlauch zu einem wahren Allrounder in der Küche – ob als feines Pesto, in Suppen, Dips oder herzhaften Quiches.

Essbar sind nicht nur die Blätter, sondern ebenso die Knospen, die Zwiebeln, die Blüten und auch die Samen.

Doch wer ihn wild sammelt, muss ein bisschen aufpassen. Denn es gibt giftige Doppelgänger: Maiglöckchen und Herbstzeitlose.

Typische Erkennungsmerkmale sind beim Bärlauch der knoblauchartige Duft beim Reiben sowie die gestielten Blätter – im Gegensatz zu den stiellosen Blättern der toxischen Doppelgänger.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass die Blätter des Maiglöckchens eine matte Oberseite sowie eine glänzende Unterseite haben, während es sich bei den Bärlauch-Blättern genau umgekehrt verhält: oben glänzend, unten matt. Bei der Herbstzeitlosen sind hingegen Ober- wie Unterseite glänzend.

Neben dem pikanten Aroma hat Bärlauch auch eine gesundheitsförderliche Wirkung.

Er besitzt wertvolle Inhaltsstoffe, so Vitamin C, das das Immunsystem pusht, schwefelhaltige Verbindungen, die die Durchblutung fördern sowie die Mineralstoffe Eisen und Kalium.

Die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe von Knoblauch und Bärlauch gehen jedoch auch untrennbar mit einer charakteristischen Geruchsbildung einher. Manche schätzen deshalb bewährte Hausmittel wie das Kauen von Gewürznelken oder frischer Petersilie.

Der Name Bärlauch weist auf das Wort „Bär“, der bei den alten Germanen als Totemtier, Kriegerideal, Schutzgeist und Symbol für königliche Macht verehrt wurde. 

Wie die Bezeichnung „Bärlauch“ tatsächlich entstand, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Überliefert ist jedoch ein Volksglaube, dem zufolge Bären nach ihrem Winterschlaf im Frühjahr bevorzugt Bärlauch fressen. Vielleicht auch, um ihr Immunsystem nach der langen Winterzeit wieder zu aktivieren.

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