Dr. Manuela Mahn

Dr. Manuela Mahn

Ingwer selbst anbauen - so klappt's garantiert!

Auch im privaten Bereich ist das Interesse am Anbau von Ingwer deutlich gestiegen. Hierfür gibt es diverse Empfehlungen für den Eigenanbau, wie Ingwer an einem geschützten Ort im Wohnbereich, Wintergarten oder im eigenen Garten zu kultivieren ist.

Die Anzucht des Ingwers soll am besten im Februar erfolgen, vor der Hauptvegetationszeit für Ingwer (dauert in Mitteleuropa von März bis August). Aus kleinen Teilstücken des Rhizoms, die keine Fäulnisstellen aufweisen dürfen, können dann Jungpflanzen gezogen werden. Die Anzucht kann in flachen, speziellen Anzuchtbehältern oder gleich in einem größeren Kübel im (Bio-)Substrat erfolgen. Hier sollte jedoch eine Drainage aus porösem Material wie Tonscherben, Minikiesel oder Styroporchips am Kübelboden den Untergrund bilden, um Staunässe zu vermeiden.

Zur Vorbereitung wird das Ingwerrhizom zunächst für einige Stunden in lauwarmes Wasser eingelegt. Dann wird das Rhizom in 4-5 cm große Teilstücke mit einem scharfen Messer zerteilt. Diese Stücke werden mit den Vegetationsknoten nach unten in durchlässige, nährstoffreiche und kalkfreie Erde gelegt und danach mit einer dünnen (zwei bis drei cm hohen) Substratschicht bedeckt. Handelsübliche Blumenerde mit etwas Humus vermischt scheint gut geeignet, um die Ingwerpflanze während ihrer gesamten Wachstumsperiode mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen.

Während der Anzuchtphase ist die Pflanze gleichmäßig feucht zu halten. Ein wärmerer Standort mit Temperaturen zwischen 24° und 30° Grad empfiehlt sich für die Anzucht. Hohe Luftfeuchtigkeit, wie in der Küche oder im Badezimmer, ist ideal. Auch kann die Luftfeuchte erhöht werden, indem nach dem Gießen mit handwarmem, kalkfreiem Wasser (Regenwasser) eine perforierte Folie über das Anzuchtbehältnis gespannt wird. Diese darf nicht dauerhaft verbleiben, da zu viel Feuchtigkeit im Substrat die Bildung von Schimmelpilzen/Aflatoxinen begünstigt. Ebenso ist eine zu starke Sonneneinwirkung am Keimort zu vermeiden. Sobald sich die ersten Triebspitzen zeigen, wird stärker gegossen, denn auf Trockenheit reagieren die jungen Pflänzchen mit Wachstumsstopp.

Der Ingwer bildet dann im Laufe der kommenden Monate ein fleischiges, verzweigtes Rhizom aus. Im Herbst ist Erntezeit, denn ab September stellt die Pflanze in unserer Region ihr Wachstum ein. Die Blätter und Triebe beginnen zu welken.

Ruhephase ist ab November bis Januar. Für die Aufzucht im Folgejahr kann ein Ingwerrhizom in einem Blumentopf oder Pflanzkübel in lockerem Erde-/Sandgemisch an einem frostsicheren und dunklen Ort aufbewahrt werden. Hierfür sind Temperaturen nicht über 10°Grad und eine trockene Umgebung ideal. Bis Februar ist das Gießen einzustellen.

Im Frühjahr, sobald die Wurzelstöcke im  austreiben, wird die Erde ausgetauscht und mittels Gießen wieder Feuchtigkeit zugeführt. Die Pflanze sollte dann hell, aber nicht zu sonnig, an einem gleichmäßig warmen Platz gestellt und immer feucht gehalten werden. Das Ingwergewächs darf nie austrocknen, doch auf Staunässe reagiert es sehr empfindlich.

Gegossen wird idealerweise wird mit abgestandenem, kalkfreiem Wasser, sobald die oberste Erdschicht abgetrocknet ist. Zeichen für deutlichen Wassermangel sind eingerollte Blätter und braune Triebspitzen. Eine Gelbfärbung der Blätter hingegen weist auf einen Mangel an Nährstoffen hin.

Der Freilandanbau von Ingwer, z.B. im eigenen Garten, zeigt sich als nicht erfolgsversprechend. Denn die Pflanze reagiert in ihrer Entwicklung bereits auf Außentemperaturen unter 20° Grad mit einem Wachstumsstop. Zudem benötigt sie Schutz vor Dauerregen und Windwurf. Damit ist ein monatelanger Verbleib im Freiland in Deutschland nicht empfehlenswert.

Unter richtigen Anbaubedingungen, wie in den Sub-/Tropen, ist die Pflanze Zingiber officinale recht widerstandfähig. Im Privatanbau können sich auch Krankheiten entwickeln, verursacht durch Schädlinge und Pilzerreger, die die Entwicklung negativ beeinflussen können. Hierzu gehört die Wurzelfäule, eine durch Schlauchpilze ausgelöste Pflanzenkrankheit, die durch übermäßiges Gießen entsteht: Die Pflanze wirkt kümmerlich und ein faulig-muffiger Geruch dringt aus dem Boden.

Möglicher Schädlingsbefall erfolgt bei der Ingwerpflanze durch Trauermücken. Diese legen ihre Eier in der feuchten Pflanzenerde ab und die daraus entwickelnden Jungfliegen fressen den Erdspross an. Wirksame Maßnahmen dagegen sind Klebetafeln, das Auflegen einer dicken Sandschicht auf dem Substrat oder das Pflanzen in Perlit, da im Gestein keine Eiablage erfolgt.

Auch die oberirdisch wachsenden Pflanzenteile können von Blattläusen oder Schildläusen befallen werden. Zur Abwehr können chemische oder biologische Mittel eingesetzt werden. Zu den preiswerten und natürlichen Mitteln zählen das Besprühen des Ingwergrüns mit einer Lauge, aus Schmierseife hergestellt. Bei Befall mit Schildläusen sollte zusätzlich 30 Milliliter Spiritus pro Liter Seifenlauge zugefügt werden.

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